Erfahrungsbericht 7

Erfahrungsbericht (7) über Mastozytose und Wespengiftallergie

Im August 2004 hat mich eine Biene oder Wespe in den Arm gestochen. Nach 5 Minuten wurde mein Gesicht ganz heiß, ähnlich wie nach einem Sonnenbrand. Nach weiteren 5 Minuten wurde mir schwindelig und ich bekam einen Klos im Hals. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Notarzt gerufen. Nach 20 Minuten hatte ich Atemnot und der Notarzt spritze mir Cortison und Antihistamin.

Im Herbst bin ich dann zu einem Allergologen gegangen, der einen Hautallergietest gemacht hat. Dort stellte sich heraus, dass ich nur eine sehr leichte Allergie bei Biene und Wespe anzeige, die nicht behandelt werden müsste. Außerdem sagte mir der Arzt, ich hätte wohl Angst gehabt und dadurch überreagiert.

Durch eine andere Hauterkrankung bin ich im Dezember zu einem anderen Hautarzt gegangen. Bei der Befundaufnahme erzählte ich ihm von der leichten Bienen- und Wespenallergie. Dieser Arzt war fassungslos und hat mich sofort in die Uniklinik nach Münster überwiesen. Sein Kommentar: „Der nächste Stich kann tödlich enden!“

In der Uniklinik Münster wurde erneut ein Hauttest gemacht und Blut abgenommen. Der Hauttest zeigte auch hier wieder kaum eine Reaktion. Aber die Blutuntersuchung sollte mehr zeigen.

Ich sollte in 4 Wochen wiederkommen, denn da würde mit mir besprochen wie die Therapie weiterläuft. Dazu kam es aber nicht. Kurze Zeit später kam ein Anruf, ich möchte doch bitte sofort nach Münster kommen.

In der Klinik sprach man von erhöhten Tryptase Werten und ob ich Flecken am Körper hätte. Ja, die hatte ich, am Oberschenkel und am Bauch. Daraufhin wurde eine Untersuchung auf Mastozytose veranlasst.

In der Uniklinik Münster ist es selbstverständlich, bei jeder Bienen- und Wespenallergie eine Blutuntersuchung auf Mastozytose zu machen.

Die Histologie und die weiteren Untersuchungen haben den Verdacht auf Mastozytose bestätigt.

Ab 2005 habe ich mit der Wespengift-Hyposensibilisierung begonnen.

Ich musste zunächst 3 Tage nach Münster in die Uniklinik und bekam am 1. Tag im Abstand von 30 Minuten 7 Spritzen. Eine Gruppe von 10 Patienten waren in einem Raum und wurden alle 30 Minuten aufgerufen. Auffallend war für mich die Reaktion der einzelnen Personen. Die, die bei dem Wespenstich eine dicke Stelle bekamen, hatten auch beim Spritzen dicke Arme und Beine bekommen. Und die anderen, zu denen ich zählte, hatten Kreislaufprobleme.

Am 2. Tag bekam ich 5 weitere Spritzen. Der Nachmittag und der andere Tag waren zum Ausruhen, was auch wirklich gut tat.

Zu Hause musste ich nach einer Woche zum Allergologen, um wieder eine Spritze zu bekommen. Dann zögerte sich das immer weiter hinaus, bis zum heutigen Datum, an dem ich alle 4 Wochen eine Spritze bekomme. Demnächst wird der Abstand auf alle 6 Woche erweitert.

Jedes mal erlebe ich die Spritze anders. Aber ich muss sagen, dass ich sie sehr gut vertrage. Mal habe ich für eine Stunde ein leichtes Zittern im Arm, dann juckt die Stelle oder aber ich werde ein wenig müde. Aber es sind keine großen Behinderungen. Bis einmal, da habe ich die Spritze um 16 Uhr bekommen und um 17 Uhr wurde ich zu Hause sehr müde und schlief bis 19 Uhr fest ein. Als ich wach wurde, hatte ich großen Schwindel und habe sofort eine Telfast genommen und mich sofort wieder hingelegt. Als ich im 21 Uhr aufgestanden bin, war wieder alles weg.

Seitdem nehme ich die Spritze nur noch an Tagen, an denen ich keine Termine habe.

Zurzeit sieht es so aus, dass Mastozytose Patienten ein Leben lang die Immunisierung machen müssen. Aber in ein paar Jahren sieht es sicher wieder anders aus.

Ich selber bin sehr froh diesen zusätzlichen Schutz zu haben und fühle mich einfach besser, wenn ich eine Wespe im Anflug höre.

Nachtrag: Anfang Juni wurde ich von einer Biene gestochen. Ich habe sofort eine Telfast genommen und mich hingelegt. Nach 15 Minuten bin ich aufgestanden und habe meine Hausarbeit weiter gemacht, weil keine allergischen Reaktionen kamen.