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Unfassbar: Allergologie vor dem Aus?!

Presse Verein

Liebe DAAB-Mitglieder,

Sie oder Ihr Kind oder Angehörige haben Allergien, Asthma, Neurodermitis?

Dann erheben Sie jetzt Ihre Stimme gegen die geänderte Vorgabe für Ärzte zur Zusatzbezeichnung Allergologie!

Denn: Mitte November wird über die Zukunft der Allergologie entschieden. 

Hintergrund:

Bisher mussten Ärzte 18 Monate lang eine praktische Ausbildung unter allergologischer Anleitung und Aufsicht durchlaufen, um den Titel „Allergologie" zu erlangen. Künftig sollen es 0 Monate (!) sein. Es soll reichen, die Bescheinigung eines weiterbildungsberechtigten Arztes vorzulegen, der die Kenntnis von Inhalten bestätigt. Der Praxiseinsatz bei erfahrenen ÄrztInnen wurde vom Deutschen Ärztetag gestrichen. Das kann und darf nicht sein! 

Für den Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) eine untragbare Entscheidung.

Erheben Sie Ihre Stimme!

…ob Sie oder Ihre Familie Allergien, Asthma, Neurodermitis oder Urtikaria haben – diese neuen Regelungen betreffen uns alle. 

Schon jetzt ist es manchmal schwierig, einen geeigneten Ansprechpartner zu finden. In Deutschland gibt es keinen Facharzt "Allergologie" wie in vielen anderen europäischen Ländern. Diese Situation würde sich in Zukunft weiter verschärfen. Es wäre dann immer schwerer zu erkennen, ob ein Arzt mit dem Zusatztitel „Allergologe" wirklich erfahren im Umgang mit Ihrer Erkrankung ist oder nicht.

Bereits heute sieht der DAAB bei der Diagnose und Behandlung allergischer Erkrankungen immer wieder Defizite, die durch die Abschaffung der Weiterbildungszeit zunähmen. Für die Therapie allergischer Erkrankungen bedarf es mehr als einer pauschalen Aussage bei Nahrungsmittelallergien, das Allergen einfach mal zu meiden oder eine Cortison-Depotspritze bei Pollenallergie zu geben! Das kann jedoch nur durch eine adäquate Ausbildung gewährleistet werden kann.

Werden Sie aktiv!

Allergiker haben einen Anspruch auf eine qualifizierte medizinische Versorgung!

Die finale Entscheidung wird Mitte November durch die Weiterbildungskommission der Bundesärztekammer getroffen. Auch die Präsidenten der Landesärztekammern spielen hier eine wichtige Rolle.

Ihre Mailadressen finden Sie untenstehend. Suchen Sie sich die Ärztekammer zu Ihrem Bundesland raus.

Werden Sie aktiv und schreiben Sie der Ärztekammer ihres Landes (Adresse siehe unten) und zusätzlich

Herrn Prof. Montgomery (Präsident der Bundesärztekammer) Email: praesident(at)baek.de

Ihre Meinung. Gerne können Sie den unten stehenden Text als Basis nutzen.

 

Wir bedanken uns für Ihre Unterstützung.

Andrea Wallrafen, Geschäftsführerin

Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V. - DAAB

An der Eickesmühle 15-19

41238 Mönchengladbach

 

Musterschreiben:

Sehr geehrter Herr Prof. Montgomery,

als Allergiker bin ich entsetzt, dass für die Ausbildung zum „Allergologen" künftig keine Weiterbildungszeiten mehr nötig sein sollen. 

Wie sollen zukünftige Allergologen die nötigen Fachkenntnisse und praktischen Erfahrungen erhalten, um Patienten mit Allergien, Asthma oder Neurodermitis adäquat zu behandeln?

Kinder und Erwachsene mit Allergien haben Anspruch auf eine qualifizierte medizinische Versorgung!

Die Allergologie ist ein sehr komplexes medizinisches Feld. Die Weiterbildung muss umfangreiche, qualifizierte Inhalte und allergologisches Praxiswissen umfassen.

In Deutschland ist immerhin ein Drittel der Bevölkerung von Allergien betroffen. 0 Monate sind keine qualifizierte Zusatzausbildung.

Ich fordere, dass der Beschluss des 121. Deutschen Ärztetages in der vorgesehenen Form nicht umgesetzt wird.

Mit freundlichen Grüßen